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*Remo Gemperli - Support

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Der Anwalt wird digital

Mehrere Tage brauchte es in den 1970er Jahren bis ein Computer alle amerikanischen Gesetze herausgesucht hatte

die Männer und Frauen wegen des Geschlechts unterschiedlich behandelten. Über vierzig Jahre später dürfte das Eintippen der Suchparameter länger dauern als die eigentliche Suche. Ein Arbeitsschritt, der früher einen halben Arbeitstag in Anspruch genommen hat, könne dank der Digitalisierung heute in zehn Minuten durchgeführt werden. Dies erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern ist auch billiger. Die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeitsumgebung eines Anwaltes, sondern auch sein Job-Profil.

Es stellt sich jedoch die Frage: Wie bringt man vielbeschäftigte Anwälte – bestens ausgebildet im Recht, aber oft wenig interessiert an Software – dazu, sich damit auseinanderzusetzen?

Grundsätzlich, wie in jedem Berufsfeld, haben Menschen Probleme Altbewährtes oder Gewohntes zu ändern. Es muss ein effektiver Konkurrenz- oder Kostendruck entstehen, um eine Änderung in Bewegung zu bringen. Zusätzlich haben fast nur grosse Kanzleien einen Vorteil beim Thema disruptive Technologien, also Innovationen, die Verfahren ablösen oder verdrängen. Grosse Kanzleien können Ressourcen einsetzen und neue Software ausprobieren, ohne damit Erträge generieren zu müssen.

Neue Felder

Die US-stämmige Kanzlei Baker McKenzie verfolgt beim Einsatz von Technologie eine Bedarfsstrategie. Leitfaden sei der Mehrwert, den ein Algorithmus den Kunden bringen müsse, betonen Christoph Kurth und Manuel Meyer. Baker McKenzie entwickelt Eigenlösungen, auch in Zusammenarbeit mit Startups aus dem Bereich Legal Tech. So co-sponsert die Kanzlei Innovationshubs in Frankfurt und Toronto. Zudem ist sie an Technologieanbietern beteiligt. Ein von Baker McKenzie entwickeltes Compliance-Tool hilft international tätigen Unternehmen, Risiken im Bereich Sanktionen und Bestechung zu erfassen. Das Tool sammelt alle Daten dazu, in welchem Land ein Firmenkunde über wen in welcher Menge wie viel für welchen Preis an wen verkauft. Das wertet man aus, um ein Risikoprofil inklusive Massnahmen zu erstellen. Einfach einkaufen könne eine Kanzlei eine solche Software nicht, sagt Baker. Das Wissen dazu müsse im Haus vorhanden sein.

Stetiger Fortschritt

Das Durchsuchen grosser Datenmengen wird immer mehr von einer Software bewältigt. Somit verdienen Kanzleien auch an diesen Arbeitsschritten immer weniger. Durch die Verbindung, Analyse und Visualisierung der enormen Datenmenge könnten neu aber Zusammenhänge erkannt und dargestellt werden.

Die Digitalisierung ermöglicht es somit einer Kanzlei, den Kunden auf Basis der besseren Datenqualität weitere Dienstleistungen anzubieten. Da Kanzleien mit der Digitalisierung stärker in die Wertschöpfungskette der Klienten integriert werden, haben sie gute Chancen, bei neuen Aufträgen erneut berücksichtigt zu werden. Das Verschwinden repetitiver Tätigkeiten dürfte die Arbeit nicht zuletzt für Junganwälte spannender machen. Und moderne Arbeitsmethoden wie Heim- oder Teilzeitarbeit fördern. Die Arbeit wird den Juristen jedenfalls nicht ausgehen, das zeigt allein die wachsende Zahl von Gesetzen. Software wird bei Rechtsfällen jedoch nicht so rasch allein entscheiden. Doch wird der Anwaltsberuf technischer, und verändert sich schnell.

Verschwinden dürften Jobs wie der klassische Assistent oder der Übersetzer. Neu brauchen Kanzleien dafür IT-affine Anwälte, Analytiker, Statistiker, Ökonomen, Technologieexperten und Projektmanager für interdisziplinäre Teams.

timeSensor LEGAL im Einsatz

Neue Technologien sind für Benutzer anfangs oft komplex und schwer zu bedienen. Die Herausforderung ist daher nicht zuletzt, die neuen Möglichkeiten für Normalanwender nutzbar zu machen. Hier kommt timeSensor LEGAL zum Einsatz. Eine Kanzleisoftware ist die Schnittstelle zur zentralen Unternehmensdatenbank, wo einerseits alle Informationen zusammenkommen und andererseits über eine gut verständliche Benutzeroberfläche und durch die Integration von Schnittstellen zu Cloud-Diensten, die neuen Möglichkeiten zu einem praxisnahen Workflow zusammenkommen.

Durch die aktive Mitgliedschaft bei Fachgruppen wie Swiss Legal Tech, SIV/ERV oder dem Verein ejustice.ch ist timeSensor AG am Puls der Entwicklung, um auch in Zukunft über die Software noch bessere Tools zur Verfügung zu stellen.

* Quelle: Der Anwalt wird Digital, Zoé Baches, 2019, https://www.nzz.ch/wirtschaft/neue-technologien-veraendern-den-anwaltsberuf-ld.1470003, aufgerufen am 20.05.2019 von Remo Charles Gemperli

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